Erektionsstörung und Partnerschaft - Ihr Partner hat Erektionsstörungen - Informationen für Frauen

Denken Sie daran: Ihr Arzt oder Apotheker ist stets die beste Informationsquelle, wenn es um Ihre Gesundheit geht. Wenden Sie sich daher immer an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Fragen haben, die Ihre Gesundheit, Ihre Symptome oder Ihre Medikamente betreffen.
Liebling, es liegt nicht an dir!
Zur vermeintlichen „Impotenz" kursieren die unterschiedlichsten Gerüchte und Mythen. Da fallen Begriffe wie unzulänglich, neurotisch, unfähig und sogar geisteskrank. Kein Wunder, dass man nicht gern darüber spricht.
Sogar Hippokrates, der Vater der Medizin, hielt zwei Faktoren für ausschlaggebend: zu viel Arbeit und eine unattraktive Frau. Heute wissen wir es natürlich besser: In 80 bis 90 Prozent der Fälle von Impotenz, heute als Erektile Dysfunktion (ED) bezeichnet, liegen medizinische oder körperliche Probleme vor. Und das konnte Hippokrates noch nicht wissen. Normalerweise liegt der Grund für Erektionsstörungen nicht nur im Kopf. Andererseits kann ED auch psychologische Ursachen haben.
Körper und Geist
Wenn ein Mann zum ersten Mal Erektionsstörungen feststellt, versucht er, sich nicht zu beunruhigen. Aber wenn sie erneut auftreten, und das mehrfach, arbeitet sein Verstand auf Hochtouren. Er fragt sich, was da falsch läuft. Begehre ich meine Partnerin nicht mehr? Hat sie schon etwas bemerkt? Er nimmt sofort das Schlimmste an, fühlt sich schuldig und glaubt, er sei kein „richtiger Mann" mehr. Es kommt zur Angst vor Sex, und die Spirale beginnt sich zu drehen: Versagen - Angst - Versagen. Bleibt es bei den Erektionsstörungen, leidet unausweichlich auch die Partnerschaft. Ein gutes Gespräch kann dabei helfen, sich vom Trauma der Erektilen Dysfunktion zu befreien. Falls Sie Hilfe benötigen, kann ein Analytiker oder Sexualtherapeut durchaus die richtige Adresse sein.
Quelle: The Potent Male, Irwin Goldstein, MD, Regenesis Cycle Publishing, Inc, 1995
Erfolgreichen Sex verstehen
Es gibt einige physikalische Faktoren, die stimmen müssen, damit ein Mann eine Erektion bekommen und aufrechterhalten kann. Aber erfolgreicher Sex benötigt auch Einstellungen, Gefühle und Beziehungen, die die sexuelle Funktion unterstützen. Ein Mann braucht eben die richtige Stimulation. Und zwar über einen oder mehrere seiner fünf Sinne. Das kann Parfum sein, das Gefühl Ihrer Haut, die Form Ihres Busens. Oft müssen Männer mit zunehmendem Alter immer direkter stimuliert werden, damit sie eine Erektion bekommen. Darum müssen sich Partner gegenseitig verstehen, und sie müssen erkennen, wie sich Bedürfnisse und Wünsche mit der Zeit gewandelt haben.
Quelle: The Potent Male, Irwin Goldstein, MD, Regenesis Cycle Publishing, Inc, 1995
Wie kommt es zur Erektion?
Um über die Ursachen von Erektionsstörungen zu sprechen, ist es zunächst wichtig zu verstehen, wie es überhaupt zur Erektion kommt.
Das passiert bei sexueller Erregung:
Wenn ein Mann etwas sieht, hört oder fühlt, das beim ihm sexuell stimulierend wirkt, sendet sein Gehirn ein Signal aus, das die Muskeln im Penis entspannt. Sobald das passiert, füllen sich zwei Röhren entlang des Penis mit Blut-die so genannten Schwellkörper (Corpus cavernosum). Die Folge: Das Glied dehnt sich aus und wird hart.
Indem sich die Schwellkörper ausdehnen, drücken sie auch gegen die Venen, durch die das Blut normalerweise wieder aus dem Penis abgeführt wird. Dadurch wird das Blut in den Schwellkörpern festgehalten-der Penis bleibt erigiert.
Der Blutfluss spielt eine wichtige Rolle bei der Erektion. Häufig liegt die Ursache von Erektionsstörungen in einer anderen Krankheit, die den Fluss des Blutes im ganzen Körper behindert-und damit auch im Penis.
Der sexuelle Erregungszyklus
Wenn man den sexuellen Erregungszyklus versteht, kann dies die Zufriedenheit mit dem eigenen Geschlechtsleben beträchtlich erhöhen.
Sex ist kompliziert. Für manche anstrengend, für andere überhaupt nicht. Für fast alle gilt: Manchmal ist Sex großartig, manchmal aber auch schrecklich. Ihre eigene Erfahrung mit Sex hat sich mit den Jahren wahrscheinlich verändert. Erst war Sex aufregend und verlockend, später eher gemütlich - und schließlich problematisch. Das kann verwirren.
Der weibliche Erregungszyklus
Wenn eine Frau erregt ist, spürt sie ein Kribbeln an Klitoris und Scheide. Sie wird feucht. Danach weitet sich ihre Scheide, das Lustgefühl nimmt zu. Herzschlag und Atmung werden schneller, schließlich kommt es zu einer Reihe lustvoller Kontraktionen im Beckenbereich, denen tiefe Entspannung und Zufriedenheit folgen - ein Orgasmus. Manche Frauen haben mehrere Orgasmen hintereinander. Stets haben diese Gefühle ihren Ursprung im Gehirn; dessen Fähigkeit, die Dinge ins Rollen zu bringen, haben wiederum sehr viel mit Emotionen und zwischenmenschlichen Beziehungen zu tun.
Der männliche Erregungszyklus
Wie bei der Frau kommt es auf das Gehirn an: Es bestimmt, was den Mann „anmacht". Sobald ein Mann erregt ist, strömt Blut in seinen Penis und lässt diesen hart werden. Herzschlag und Atmung werden schneller. Schließlich wird das Empfinden sehr intensiv - es kommt zu einer Welle von Muskelkontraktionen und damit zum Samenerguss. Danach kehrt der Penis in seinen Normalzustand zurück. Männer benötigen etwas Zeit der Erholung, ehe sie erneut eine Erektion - und einen weiteren Orgasmus-haben können.
Quelle: Talking about sex-Derek Polonsky, MD, American Psychiatric Press, 1995
Ich brauche deine Hilfe! Können wir mal reden?
Es scheint so, als ob Menschen nicht sehr viel über ihre sexuellen Gedanken, Probleme und Wünsche reden. Deshalb kann es sehr zäh sein, herauszufinden, was der Partner in sexueller Hinsicht wünscht und braucht. In einer Partnerschaft, die durch Vertrauen, Respekt und Sicherheit gekennzeichnet ist, ist es wahrscheinlich leichter, ehrlich und offen darüber zu reden. Wenn Sie das beherzigen, ist die Chance groß, dass Sie das Glück und das Wohlbefinden, das Sie beide verdienen, wieder herstellen können.
Mit dem Partner über Sex zu reden, kann auch heißen: Darüber zu sprechen, was Ihnen selbst gefällt, was gut für Sie ist und was weniger. Dabei zählt vor allem Ehrlichkeit, ohne den anderen zu verletzen. Gut möglich, dass Sie sich auf ein paar Kompromisse einlassen sollten. Auf jeden Fall geht es nicht ohne Risiko. Denn Sie müssen Ihrem Partner einige Einblicke gewähren - auf Dinge, die Sie bislang vor ihm verborgen hielten. Dabei hilft Ihnen Ihr Humor, denn es macht einen großen Unterschied, ob Sie die Fragen spielerisch und mit Spaß behandeln. Und ein wenig Übung hilft auch hier.
Auch Frauen können unter sexueller Dysfunktion leiden
Rund 30 bis 50 Prozent aller Paare leiden unter sexuellen Problemen. Wenn bei Männern Erektionsstörungen auftreten, ist es nicht ungewöhnlich, dass auch der weibliche Partner eine Form sexueller Dysfunktion hat.
Nicht erregt zu werden - das passiert ungefähr zehn bis 15 Prozent aller Frauen. Die Ursache kann Angst sein: Sie blockiert die Fähigkeit der Frau, „angemacht" zu werden. Das hat zur Folge, dass die Scheide nicht feucht wird; der Geschlechtsverkehr kann schmerzhaft sein.
Orgasmusprobleme treten etwa bei 15 bis 20 Prozent der Frauen auf. Das heißt: Diese Frauen haben entweder nie einen Orgasmus erlebt oder können ihn nur durch Masturbation erreichen.
Kein Orgasmus beim Geschlechtsverkehr - das trifft für ungefähr 40 Prozent der Frauen zu. Das bedeutet keineswegs, dass es sich um ein Problem handeln muss. Häufig genug liegt es nur daran, dass die Frau während des Verkehrs nicht in ausreichendem Maße direkt stimuliert wird.
Schmerzhafter Geschlechtsverkehr - darüber klagen rund fünf Prozent der Frauen. Der Grund ist meistens eine Infektion und kann sehr wirksam behandelt werden.
Begrenztes sexuelles Verlangen-das kommt bei rund 20 Prozent der Frauen vor. Dabei funktioniert an sich alles, und trotzdem ist Sex uninteressant. Die Gründe hierfür sind eher kompliziert.



