Erektionsstörung und Partnerschaft - Mit dem Partner sprechen

Denken Sie daran: Ihr Arzt oder Apotheker ist stets die beste Informationsquelle, wenn es um Ihre Gesundheit geht. Wenden Sie sich daher immer an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Fragen haben, die Ihre Gesundheit, Ihre Symptome oder Ihre Medikamente betreffen.
Einführung
Gut möglich, dass Sie mit Ihrer Partnerin bereits über Erektionsstörungen gesprochen haben. Gut möglich auch, dass es nicht gerade eine besonders erfeuliche Unterhaltung war. Das kann keinen überraschen. Unsere Sexualität, unser Sexualleben, ist ein wichtiger Faktor unseres Mann-Seins. Und wie bei jedem wichtigen Teil unseres Lebens gilt auch hier: Wenn es nicht so läuft, wie wir es uns wünschen oder wie wir es gewöhnt sind, macht uns das nicht gerade froh. Zu allem Überfluss kann es passieren, dass dieses Unglücklichsein ein gutes Gespräch verhindert-und das wiederum macht die Sache nur noch schlimmer. Aber wie lässt sich das vermeiden?
Um es klar zu sagen: Über derart sensible Dinge zu reden-und zwar auch mit der eigenen Partnerin - ist ganz schön schwierig. Und wollen wir ehrlich sein: Wenn die meisten von uns in der Vergangenheit über Sex gesprochen haben, dann wurde meist geprahlt oder gewitzelt. Die meisten von uns haben sich niemals ernsthaft und offen über ihr Sexualleben unterhalten. Wie so viele Dinge, sehen wir unsere Sexualität als selbstverständlich an. Darum verwundert es auch nicht, dass wir verwirrt und negativ reagieren, wenn wir nachlassende Funktionen bemerken. Unglücklicherweise führen diese negativen Reaktionen meist auch noch dazu, dass wir noch weniger mit unserer Partnerin reden. Und wenn das so bleibt, tun wir mit der Zeit schließlich so, als habe unser Geschlechtsleben nie existiert. All dies lässt sich leicht zusammenfassen: Einer der wichtigsten Schritte im Zusammenhang mit Erektionsstörungen ist das Gespräch mit der Partnerin - und dabei spielt es keine Rolle, wie lange wir das Problem bereits haben oder wie alt wir sind. Aber wie fangen wir es an?
Einige Grundregeln
Sie kennen den alten Spruch: "It takes two to tango". Das heißt: Als Sie das erste Mal Erektionsstörungen bei sich feststellten - und auch beim letzten Mal-hat das Ihre Partnerin wahrscheinlich ebenfalls bemerkt. Wenn Sie also mit ihr darüber sprechen wollen, ist es besonders wichtig, dass Sie zunächst einmal akzeptieren, was vor sich geht. Schließlich ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihre Partnerin das Problem ohnehin schon kennt.
Sie sollten sich auch stets vor Augen halten, dass Ihre Partnerin ebenfalls-genau wie Sie - negative und verwirrende Gefühle hat. Allerdings: Vermutlich gehen die in eine völlig andere Richtung als Ihre. Meistens vermuten die Partnerinnen von Männern mit Erektionsstörungen solche Dinge wie:
- Er liebt mich nicht mehr"
- Er begehrt mich nicht mehr. Ich bin zu alt oder zu unattraktiv."
- Er muss ein Verhältnis haben."
Ganz klar, dass Sie selbst wahrscheinlich NICHTS davon denken. Aber wie soll das Ihre Partnerin wissen, wenn Sie nicht darüber reden? Vielleicht haben Sie selbst inzwischen ausgesprochen negative Empfindungen. Aber wenn Sie die für sich behalten - wie soll Ihre Partnerin Sie unterstützen? Die wenigsten Partnerinnen können schließlich Gedanken lesen - obwohl es manchmal so aussieht, als ob sie es doch könnten.
Schuld ist immer falsch
Traurig, aber wahr: Sehr häufig reagieren wir auf deprimierende Situationen, indem wir versuchen, Schuld zuzuweisen. Schließlich leben wir in einer Gesellschaft, die dieses Verhalten bestärkt. Schade nur, dass das nichts bringt-vor allem, wenn wir über Erektionsstörungen reden. Manchmal passiert es dann, dass wir in unserer Verwirrung und Niedergechlagenheit andere für die Situation verantwortlich machen. Und wenn uns selbst die Schuld zugeschoben wird, reagieren wir meist abwehrend und ärgerlich. Das ist ganz natürlich. Aber die Spirale dreht sich dadurch immer weiter. Ich klage dich an, du wirst ärgerlich, machst mir Vorwürfe, ich ärgere mich
Es ist offensichtlich, dass dies nicht zu einer liebevollen Partnerschaft führt. Aber wie lässt sich dieses Spiel beenden?
Die Ich-Botschaft
Es gibt einen sehr sicheren Weg, das Schuld-Spiel zu vermeiden-und zwar mit Ich-Botschaften. Was ist eine Ich-Botschaft? Eine Aussage über meine Person. Zum Beispiel:
Ich fühle
"
Ich mag keine
."
Ich mache mir Sorgen wegen
."
Diese Sätze unterscheiden sich natürlich fundamental von Du-Botschaften. Die sehen etwa so aus:
Du solltest nicht
."
Du machst nie
"
Diese Sätze garantieren fast immer, dass der Adressat ärgerlich oder abwehrend reagiert.
Außerdem fällt es viel schwerer, jemanden zu beschuldigen, der über SICH erzählt. Darum: Reden Sie einfach über sich. Versuchen Sie es mal. Es geht.
Was noch?
Es gibt ein paar Selbstverständlichkeiten, die man jedoch nicht vergessen darf. Beginnen Sie eine Unterhaltung nicht gerade dann, wenn Sie oder Ihre Partnerin müde sind. Oder wenn sich einer nicht wohl fühlt. Oder wenn Sie beide etwas getrunken haben. Versuchen Sie sich etwas Zeit zu nehmen. Sehen Sie zu, dass Sie nicht abgelenkt oder gestört werden. Haben Sie auch keine Angst davor, eine Unterhaltung mit einer Entschuldigung zu beginnen - wenn eine fällig sein sollte. Denken Sie stets daran: Am Ende des Tages kommt es nicht mehr darauf an, wer im Recht oder Unrecht ist. Viel wichtiger ist, dass keiner von Ihnen etwas Falsches fühlt. Und denken Sie schließlich auch darüber nach, was Sie wirklich erreichen wollen. Wenn es Ihnen darauf ankommt, Ihre sexuelle Partnerschaft zu verbessern - oder überhaupt wieder aufzubauen-, dann überlegen Sie sich genau, wie Sie das sagen. Wollen Sie eine neue Therapie ausprobieren? Sagen Sie es! Und hören Sie sich an, was Ihre Partnerin dazu meint. Am Ende werden Sie froh darüber sein.
Wie geht's weiter?
Wenn Sie sich entschieden haben, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, reden Sie mit Ihrer Partnerin darüber. Wenn sie mag, kann sie zum Arzt mitgehen. Dadurch erfährt sie gleich, was der Mediziner zum Thema Erektionsstörungen meint und welche Behandlungsmethoden er in diesem Fall für geeignet hält. Denken Sie immer daran: Je mehr Ihre Partnerin versteht, um so einfacher wird es für Sie beide. Schließlich ist das größte Sexualorgan noch immer: unser Gehirn.


